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Biographische Texte

Kleiner Lebensabriss

Am 15. März 1890 wurde ich in Athen geboren als jüngstes Kind des Hofpredigers beim König von Griechenland – und mit diesem im schönsten menschlichen Verhältnis stehend – D. Waldemar Petersen. Die väterliche Ahnenreihe leitet sich auf ein altes friesisches Adelsgeschlecht zurück, das in Kriegsläuften verarmte und seinen Namen ablegte.

Der Großvater mütterlicherseits, Rektor Saggau in Altona, ein seinerzeit geachteter Schulmann, der auch dichterisch veranlagt war, ging aus holsteinischem Bauerntum hervor; die Großmutter stammte aus einer Familie französischer Refugiés.

In meinem zweiten Lebensjahr kehrten die Eltern nach fünfzehnjährigem Aufenthalt in Athen zugunsten der Ausbildung der Kinder nach Deutschland zurück. Nach der Zwischenstation Mainz wurde mein Vater vom Großherzog von Hessen nach Darmstadt berufen, wo ich meine Kindheit und Jugend bis zum achtzehnten Jahre verlebte. Griechenland blieb die eigentliche geliebte Heimat meiner Eltern. Ein lebendiger Hauch griechischen Lichtes und Geistes war fühlbar bei ihnen. Das großzügige internationale Leben in Athen hatte sie geprägt. Bilder der Akropolis, der griechischen Landschaft beschäftigten das Auge des Kindes. Die Eltern waren sich einig, jedes Kind gemäß seiner Anlagen sich entfalten zu lassen. So fand die früh hervortretende musikalische Veranlagung des jüngsten stillen – mehr versonnenen als verträumten – Sohnes von Anfang an unbehinderte sorgfältige Pflege. Um es vorwegzunehmen: die Schule als solche – Gymnasialbildung mit Maturum glatt absolviert – blieb ohne tiefere Bedeutung für den Werdegang. Wie ich überhaupt glaube aussprechen zu dürfen, daß meine schöpferische Entwicklung in weitgehendem Maße unabhängig von äußeren Faktoren sich rein gemäß meiner geistigen Eigengesetzlichkeit vollzogen hat. Den ersten Klavierunterricht erteilte die musikalisch fein empfindende Mutter. Als sich im neunten Jahr eigene Kompositionsversuche meldeten, kam ich zu Christian Heim, einem Schüler Bruckners und Rheinbergers. Diesem Mann verdanke ich nicht nur musikalisch, sondern auch menschlich und geistig sehr viel. Warmherzig und allseits aufgeschlossen gehörte er zu jenen tiefen Ironikern des Lebens, welche der geradlinige Mehrzahlsmensch Sonderlinge zu nennen pflegt, und begnügte sich um seiner inneren Unabhängigkeit willen mit einem unscheinbaren Leben und Wirken in der Stille.

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